Disruptive Marketing: Viel Aufmerksamkeit - wenig Etat!

Interview: Guerilla-Marketing für Medien-Startups

Interview: Guerilla-Marketing für Medien-Startups

Interview Guerilla-Marketing für Medien-Startups

Gestern war Astrid Eberhardt zu Gast in meinem Büro. Sie schreibt gerade an einer Veröffentlichung zum Thema „Guerilla-Marketing für Medien-Startups“ und führte ein Interview mit mir zu diesem Themenbereich.

Spannend waren solche Fragen wie

  • Welche Vorteile ergeben sich durch die Einbettung von Guerilla-Marketing in eine Gesamtstrategie?
  • Mit welchem Budget muss ein Medien-Start-up mindestens kalkulieren wenn es eine Guerilla-Marketing-Kampagne durchführen möchte?
  • Gibt es ein bevorzugtes Instrument im Guerilla-Marketing für Medien-Start-ups?

Ich will hier gar nicht dem Interview groß vorgreifen, aber die Frage, ob eine Kooperation von Medien-Startups mit Großunternehmen sinnvoll ist im Guerilla-Marketing-Bereich, haben wir schon heftig diskutiert:

Große Tanker gegen kleine Rennbote

Nach meiner Wahrnehmung sind Großunternehmen viel zu sehr mit sich und ihrer internen Struktur beschäftigt, als dass sie sich auf das wendige und agile Denken von Startups und Guerilla-Querdenkern einlassen könnten. Sie sind wie große, ungelenke Tanker, die für eine Richtungsänderung Monate und Jahre benötigen. Und solche Unternehmen sollen dann mit kleinen, schnell agierenden Gründern, die eher mit Rennbooten zu vergleichen sind, gemeinsam Aktionen entwickeln? Ich fürchte, da prallen einfach zwei sehr unterschiedliche Welten, Denk- und Arbeitsweisen aufeinander. Das wird schwierig werden…

Guerilla-Marketing ist etwas anderes als blanker Aktionismus

Und ein weiterer, wichtiger Punkt kam zur Sprache: Guerilla-Marketing beschränkt sich nicht darauf, einfach lustig-anarchistische Events und Aktionen vom Stapel zu lassen… Nein, intelligentes Guerilla-Marketing ist immer eingebettet erstens in eine Gesamtstrategie, wird also immer ausgerichtet auf ein bestimmtes Ziel hin. Dies gilt es natürlich im Vorfeld klar zu definieren: Was soll mit dieser Aktion erreicht werden?

Und zum anderen muss es immer ein Nachcontrolling geben: Am Ende einer Guerilla-Marketing-Aktion muss immer die Frage stehen: Was hat es gebracht? War es ein Erfolg?

Das bedeutet aber auch, dass hierfür bereits im Vorfeld während der Kreation und Planung der Aktion eigentlich definiert werden muss: Wie können wir den Erfolg, den wir planen, später dann auch messen?

Guerilla-Marketing messbar machen

Das heißt dann manchmal, dass ich zusätzliche Komponenten mit in mein Konzept einbauen muss, damit eine solche Erfolgscontrolle möglich ist, also beispielsweise (um mal ein ganz plattes Beispiel zu verwenden) jemanden, der am Rand einer Guerilla-Marketing-Aktion mitzählt, wie viele Passanten diese Aktion wahrnehmen und über eine Strichliste beispielsweise dann messbar macht.

Guerilla-Marketing messen

Controlling im Guerilla-Marketing

Dabei kommt es natürlich darauf an, was das Ziel ist, denn diese Zieldefinition bestimmt dann natürlich, was und wie ich messen muss, um im Nachhinein eine Aussage über den Erfolg der Aktion treffen zu können… Handelt es sich beispielsweise um eine Aktion für einen Einzelhändler, könnte man als Komponente einen Flyer mit einem speziellen Code mit ins Konzept einbauen, der nur im Rahmen dieser Aktion verteilt wird. So läßt sich im Nachhinein genau feststellen, welcher Kunde aufgrund der Aktion dann den Weg ins Geschäft findet…

Im Bereich der Medien-Startups hieße dies – und ich gehe jetzt für den Augenblick mal davon aus, dass es da meist um Auflagenhöhe/Reichweite/Like-Anzahl etc. geht – dass eben bereits im Vorfeld klar definiert werden müßte, was genau das Ziel der Aktion ist (z.B. Reichweite in Form von Auflagenhöhe), dann könnte im Nachgang relativ einfach analysiert werden:

  • Wieviele Berichte über die Aktion gibt es in den verschiedenen Medien
  • jeweilige Auflagenhöhe/Leserzahl der Medien

also beispielsweise

3 Berichte in Lokalzeitungen (Auflagenhöhe insgesamt 48.000)  und 1 Blogbericht (Leserzahl durchschnittlich 7.500) = „Gesamtreichweite“ von 55.500 potentiellen Lesern

Ich bin gespannt, was Astrid aus diesem Interview zaubert. Vor allem interessiert mich natürlich auch das Ergebnis ihrer weiteren Interviews mit anderen Guerilla-Marketing-Experten. Mehr dazu, wenn´s mehr gibt…

(Unteres Foto: https://www.flickr.com/photos/drich78/)